Stress beim Hund

SO KOMMT DEIN HUND ZUR RUHE

Unsere Hunde sind treue Begleiter, mit denen wir tagtäglich unseren Alltag bestreiten. Während eines Hundelebens sind unsere Vierbeiner den unterschiedlichsten Situationen ausgesetzt, die in ihnen Angst, Unsicherheit, Nervosität und Stress auslösen können. Negativen Stress empfinden Hunde z. B. in bedrohlichen Situationen. Aber auch nicht artgerechte Lebenssituationen oder die Missachtung der individuellen Hundepersönlichkeit können Stress auslösen. Langfristig schadet dieser der Gesundheit deines geliebten Hundes. In diesem Beitrag zeigen wir dir, woran du Stress beim Hund erkennst und was du tun kannst, um wieder mehr Entspannung in das Leben deines Vierbeiners zu bringen.

DIE HÄUFIGSTEN ANZEICHEN FÜR STRESS

✔ vermehrtes Speicheln, Maullecken und unangenehmen Mundgeruch

✔ zu häufiges Putzen und Lecken des Fells und der Pfoten

✔ Abwehrhaltungen (eingezogene Rute, das Wegdrehen des Kopfes mit einem anschließenden Gähnen, geduckte Körperhaltung)

✔ Muskelverspannungen und Zittern

✔ deutlich sichtbare Körperanspannung (Aufstellen der Schwanz- und Nackenhaare, flaches Hecheln)

✔ Zerstören von Gegenständen bis hin zur Aggressionsentwicklung

✔ Entwicklung von Verdauungsproblemen (wiederkehrender Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit)

✔ häufiges Schütteln (sogenanntes Stress-Abschütteln)

✔ vermehrtes Bellen, Winseln oder Jaulen

✔ selbstverletzendes Verhalten (Anknabbern der Pfoten, Haareausreißen oder Jagen des eigenen Schwanzes)

✔ Übersprungsreaktionen (z. B. plötzliches Rennen, Graben, Bellen)

DIE AUSLÖSER FÜR STRESS BEIM HUND

Der Hund ist zwar der beste Freund des Menschen. Jedoch ist er am Ende des Tages immer noch ein Hund und kein Mensch. Deswegen können Situationen, die für uns vollkommen normal und unbedenklich sind, bei unseren Hunden enormen Stress auslösen. Leider bemerken viele Hundebesitzer*innen oftmals gar nicht, dass ihr Hund überhaupt Stress empfindet. Nicht jeder Hund ist für jede Aktivität oder jeden Alltag geeignet und die Ursachen für Stress bei deinem Vierbeiner können vielfältig sein. Wenn du deinen Hund und seine Körpersprache jedoch genau beobachtest, wirst du mit der Zeit feststellen, welche Situationen und Umstände ihn stressen, nervös und unsicher machen.

- Veränderungen in der Lebenswelt (z. B. Umzüge)
- Hunger und/oder Futterneid (im Rudel)
- Mobbing unter Hunden
- Verlustängste und Einsamkeit (bei Abwesenheit der Bezugsperson)
- Angst und Panik
- laute/seltsame Geräusche (Sirenen, Alarme, Feuerwerke)
- Menschenmassen (in Großstädten)
- körperliche und seelische Gewalt
- fremde Personen und Tiere
- Schmerzen und Erkrankungen
- Schlafmangel
- Fahren in öffentlichen und nichtöffentlichen Verkehrsmitteln
- psychische Probleme (z. B. Traumata)

WIE BAUEN HUNDE IHREN STRESS AB?

tress an sich ist zunächst eine normale Reaktion auf neue, unbekannte Situationen. Er lässt sich in positiven und negativen Stress unterteilen. Positiven Stress empfinden Menschen und Hunde beispielsweise bei sportlichen Aktivitäten mit hohen Intensitäten. Diese Stressart hat jedoch keine negativen Folgen auf das zentrale Nervensystem oder das Herz-Kreislaufsystem – ganz im Gegenteil zum negativen Stress. Die negativen Stresshormone (z. B. Adrenalin) werden in unangenehmen, bedrohlichen Situationen ausgeschüttet und versetzen den Körper in Alarmbereitschaft. Der Überlebensinstinkt des Hundes bewirkt, dass sich der Körper anspannt. Hat ein Hund nicht gelernt, diese Anspannungen allein zu bewältigen und abzubauen, können unkontrollierte, aggressive Verhaltensweisen die Folge sein. 

Der Hund als instinktgeleitetes Wesen entscheidet sich in extremen Stresssituationen entweder für die Flucht oder für den Angriff, sofern er es in seiner Welpenstube nicht anders gelernt hat. Gut sozialisierte Welpen, die immer wieder mit neuen Reizen konfrontiert werden, lernen verschiedene Stressbewältigungsmethoden, derer sie sich bis ins hohe Alter bedienen. Je nach individueller Persönlichkeit benötigt ein Hund die Hilfe und Sicherheit seines Halters, um neue Erlebnisse zu verarbeiten und kontrolliert und entspannt mit ihnen umzugehen.

DAS KANNST DU BEI STRESS FÜR DEINEN VIERBEINER TUN

Wie bereits erwähnt, ist das Thema „Stress beim Hund“ sehr individuell, sodass hier Pauschalantworten fehl am Platz sind. Was bei dem einen Hund funktioniert, kann bei einem anderen nicht anschlagen. Bei vielen Hunden reicht es aus, die Stressauslöser zu vermeiden und z. B. den lauten Fernseher auszuschalten. Bei anderen, die aufgrund ihres Charakters zu Nervosität und Unsicherheit neigen, können mithilfe eines Hundetrainings gute Erfolge erzielt werden.
Als Hundebesitzer*in kannst du darüber hinaus an folgenden kleinen Stellschrauben drehen, um deinen Hund beim Entspannen zu unterstützen:

- Lass deinen Hund vom Tierarzt gründlich auf mögliche körperliche und organische Erkrankungen untersuchen.

- Schalte ruhige Entspannungsmusik ein (Reggae, Klassik oder Soft Rock).

- Ermögliche deinem Hund ein gesundes Maß an Bewegung, Training und Ruhe.

- Gönne ihm mindestens 18 bis 20 Stunden Schlaf pro Tag.

- Wenn möglich, vermeide stressauslösende Situationen.

- Wenn dies nicht möglich ist, versuche, deinen Hund schrittweise mit dem Stressauslöser zu konfrontieren und gewöhne ihn langsam daran (Desensibilisierung).

- Führe ihn achtsam und rücksichtsvoll an neue Situationen heran.

- Gib deinem Hund das Gefühl von Sicherheit und signalisiere ihm, dass du für seinen Schutz sorgst.

- Bitte einen Hundetrainer oder Therapeuten um professionelle Hilfe.

- Naturheilkräuter und homöopathische Mittel können zusätzlich bei der Entspannung helfen (in Absprache mit dem Tierarzt oder Tierheilpraktiker).